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Ein backplate mit Harnes wird meist mit einem Auftriebskörper,
einem sogenannten wing versehen und erfüllt so die Funktionen eines Jackets: es
hält die Flaschen am Rücken und ermöglicht die Tarierung. Im Gegensatz zum
kompletten Jacket kann der Taucher bei der Kombination aus backplate, Harnes
und wing frei kombinieren. Bei backplate und Harness habe ich mich für Produkte
der Firma Heser entschieden. Beim wing fiel meine Entscheidung auf das Everes
23 der tschechischen Firma DUX.
Backplates weichen in der Konstruktion kaum von einander ab.
Bei der Begurtung, dem Harnes, gibt es einige untershiedliche Ausführungen. Die
größte Auswahl hat man wohl beim Auftriebskörper, dem wing. Hauptunterscheidungsmerkmal
ist in erster Linie das Volumen. Das Angebot reicht von kleinen Blasen mit
knapp über 10 Litern für Einzelflaschen bis zu über 50 Litern für schwere
Doppelgeräte. Die kleinen wings sind meist einschalig gebaut, die größeren
allesamt zweischalig. Daneben gibt es wings, die mit elastischen Schnüren,
Rückzugsbändern, zusammengehalten werden und solche, die ohne auskommen.
Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Anzahl der Schnellablässe, die
Konstruktion des Inflators sowie die Form der Blase.
Natürlich steht hinter jeder Variante eine Philosophie.
Entsprechend kompliziert ist die Entscheidung. Für Anhänger der DIR Philosophie
gilt meist, dass auf dem wing ein blaues H stehen muss. Ansonsten sollte das
wing nicht zu groß sein sondern dem Einsatzzweck und der verwendeten
Flaschengröße angepasst. Am besten, man besitzt gleich mehrere (natürlich alle
mit dem blauen H), so dass man beim Zusammenbau des Geräts einfach auf das
passende zurückgreift. Durch die Wahl der geeigneten Größe kann auf die hier
verpönten Rückzugsbänder verzichtet werden. Ebenso sind überflüssige
Schnellablässe oder gar ein Schnellablass im Inflator ein no-go. Ein einziger Schnellablass
und ein konventioneller Inflator, der allerdings bitte mit Edelstahl-Knöpfen,
sind das höchste der Gefühle. Die andere Fraktion steht dagegen auf große
Volumina (viel hilft viel), am liebsten gleich doppelt: zwei Blasen a 50 Liter
und mehr. Damit das ganze stromlinienförmig bleibt, wird es von vielen elastischen
Bändern zusammengehalten. Dies, um einmal die Bandbreite der Möglichkeiten vorzustellen.
Ein wing hat meist die Form eines nach unten offenen
Hufeisens. Die Luft kann nur oben von
der rechten auf die linke Seite der Blase wandern. Daneben gibt es auch Blasen,
die einen umlaufenden Auftriebskörper haben. Die Marke mit dem blauen H
vertreibt beide Formen, und so müssen sich auch die DIR Gegner überlegen,
welcher Form sie den Vorzug geben. Meist proklamieren Sie, dass bei den von
ihnen bevorzugten geschnürten Blasen der Trimm - die Schwimmlage unter Wasser -
durch die Schnürung bestimmt wird, die Form der Blase also egal ist.
Nachdem ich ein paar wings testen konnte, wusste ich
ungefähr, was ich wollte: Eine mittelgroße Blase, mit umlaufendem
Auftriebskörper. Da man bei der Unterwasserarchäologie meist die Füße oben hat fand
ich es besser, wenn sich die Luft nicht auf einer Seite verfangen kann und
entschied mich für eine umlaufende Blasenform. Umlaufende Blasen finden sich
vornehmlich bei den für Einzelflaschen ausgelegten Auftriebskörpern, die recht
wenig Volumen bieten. In Anbetracht meines geliebten Doppelpaketes und der
Tatsache, dass ich auch mal Eisenstangen oder einen Hammer mit unter Wasser nehme,
wollte ich etwas mehr Auftrieb im Rücken haben. Die Auswahl war nicht groß. Von
der Firma mit dem blauen H gibt es das Evolve mit 18 kg oder 27 kg Auftrieb.
Sicher gut, aber teuer. Alternativ stieß ich bei meiner Suche nach einem
geeigneten wing auf das DUX Everes 23. Mit 23 Litern Auftrieb liegt es zwischen
den Evolves, preislich deutlich darunter. Einziges Problem: in Deutschland habe
ich keinen Händler gefunden, der mir so ein Teil besorgen konnte. In Tschechien,
wo die Firma DUX beheimatet ist, habe ich einen Onlineshop gefunden, bei dem
ich so ein Teil bestellen konnte.
Trotz leichter Befürchtungen, ob mit der Bestellung alles gut
geht, kam das wing wenige Tage nach der Bestellung bei mir an. Und ich wurde
nicht enttäuscht.
Das Everes folgt der DIR Philosophie: es ist schwarz,
zweischalig aufgebaut, hat einen Schnellablass und einen schlichten Inflator
(ja, mit Edelstahlknöpfen). Die Außenhülle besteht aus schwerem "Balistic
Nylon", 1840 Wasauchimmer, die Innenhülle aus PU-beschichtetem Cordura.
Insgesamt macht das wing einen sehr soliden Eindruck. Im Vergleich zu Halcyon
(jetzt ist es ausgesprochen) ist das Material ein wenig steifer. Durch die
runde Form sieht man an Land ein wenig aus wie eine Schildkröte.
Unter Wasser war das Everes für mich zunächst
gewöhnungsbedürftig. Da die eingeschlossene Luft um die Flaschen kreisen kann,
reagiert das wing sehr schnell auf
Lageveränderungen. Mal schnell zur Seite drehen und sich vom
Auftriebskörper wieder in die bevorzugte Schwimmlage drehen lassen klappt nicht
so gut. Nach ein paar Tauchgängen weiß ich die neue Bewegungsfreiheit zu
schätzen.
Insgesamt bin ich mit der Kombination aus Heser backplate und Harness und DUX wing sehr zufrieden.
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